Chronik des Kegelsportes bei Chemie Radebeul

1931

Gründung_BSG_HeydenIm Sommer 1931 erteilt der Vorstand der Chemischen Fabrik von Heyden AG seine Einwilligung zur Gründung einer Betriebssportgemeinschaft.

Auf der Gründungsversammlung am 31. Juli 1931 wird der Name “Sportvereinigung Chemische von Heyden” festgelegt, der später in “Betriebssportgemeinschaft der Chemischen Fabrik v. Heyden A.G. Radebeul” abgeändert wurde. Am 05. August bestätigte der Stadtrat zu Radebeul mit Beschluß die Gründung.
Der Verein nahm “Arbeiter und Angestellte beiderlei Geschlechts und deren Angehörige in seine Reihen auf...” und wollte zunächst Fußball- und Faustballmannschaften bilden. Bei Bedarf sollten andere  Sportarten folgen.  Die Betriebssportgemeinschaft wollte von Beginn an ihre Selbständigkeit wahren und sich dem Verband Mitteldeutscher Ballspielvereine als Spitzensportverband anschließen.

 

 

Abb.: 
Das Radebeuler Tageblatt vermeldet die Gründung
der “Sportvereinigung Chemische von Heyden”

 

 

1946

Ulli_WestDie Sektion Kegeln wird durch sportbegeisterte Radebeuler gegründet. Der Anfang fand unter denkbar ungünstigen Bedingungen statt. 10 Männer und Frauen mussten ihren Sport auf Einzelbahnen in Radebeuler Gaststätten, wie Ratskeller, Kalkulator, Bad und Goldene Weintraube nachgehen.

Abb.: Mitglied der ersten Stunde, Spfrd. Willy Scholz †

 

 

1948

Gemeinsam mit Fußballern und Turnern wird unter Leitung des damaligen Betriebsdirektors des VEB Chemische Fabrik von Heyden, Willi Hamm, die Betriebssportgemeinschaft BSG ALCID Radebeul gegründet. 76 Mitglieder in 3 Sportarten begannen den weiteren Aufbau der BSG.

 

 

1951

20 Jahre nach Gründung der ersten “Betriebssportgemeinschaft” erhält die BSG den Namen Chemie Radebeul - und vereint inzwischen 150 Sportfreunde, die am Übungs- und Wettkampfbetrieb teilnehmen.

 

 

1969

Bahnbau_02Bahnbau_01Über 20 Jahre nach der Gründung erhält die Sektion Kegeln endlich eine eigene Sportstätte, unsere Kegelhalle mit 3 Bahnen. Nach einer Rekordbauzeit von 6 Monaten konnte die Kegelbahn ihrer Bestimmung übergeben werden. Möglich war dies durch Eigenleistungen der Sektionsmitglieder und dank der Unterstützung des VEB AWD. Von da an war der Aufschwung der Sektion Kegeln unübersehbar. Die Mitgliederzahl der Sektion Kegeln erhöhte sich innerhalb eines Jahres auf etwa 200.

 

 

1970

Frauen_1970Diese Keglerinnen legten den 1970 den Grundstein, dass die 1. Frauenmannschaft in der höchsten Spielklasse des Bezirkes spielt.

 

 

Abb.: (v.l.n.r.) L. Linke, H. Kastner,
E. Noack, K. Kailich, J. Linke, A. Naumann
 

 

 

1973

AutomatikMit dem Einbau der Kegelstellautomaten ist das Ende der Handaufstellung erreicht. Auch diese Baumaßnahme erfolgte ausnahmslos in Eigenleistung der Sektion. Von nun an wurde Chemie Radebeul zu einem Leistungszentrum der besonderen Güte.
2 Frauen-, 5 Männer-, 2 Jugend- und 2 Kindermannschaften bestimmten vorerst im Kreismaßstab das Leistungsniveau. Als Aufsteiger zum Bezirk kamen nun die ersten großen Erfolge: z.B. mehrfacher Bezirksmeister der Jugend und mehrfache Bezirkspokalsieger der Frauen.

 

 

1974

Die 1. Männermannschaft trat erstmals zu einem internationalen Pokalturnier mit 24 teilnehmenden Mannschaften bei Ruda Hvezda Prag an und belegte einen hervorragenden 4. Platz.

 

 

1975

begannen die Freundschaftsvergleiche mit Slajoi Zora Olomouc.

 

 

1979

Der ständige Zuspruch von Sportlern, die dem Kegelsport nachgehen wollten brachte die 3-Bahn-Anlage an die Grenzen der Leistungsfähigkeit.  Deshalb wurde die Erweiterung um 2 Bahnen in Angriff genommen.

 

 

1981

OlomoucNach einer Bauzeit von 2 Jahren, wiederum überwiegend in Eigenleistung standen jetzt vier Wettkampfbahnen sowie eine Freizeitbahn zur Verfügung.

Abb.:  Den ersten Wettkampf über 4 Bahnen absolvieren
wir gegen den langjährigen Partner Slajoi Zora Olomouc

 

 

1981 - 1988

Männer_1985Die 1. Männermannschaft bestimmt im Bezirk Dresden das Leistungsniveau mit. Sie erreichen mehrmals das Finale der Bezirksmeisterschaften und können 2 mal den Bezirkspokal erringen. 1986 verpassen unsere Männer nur knapp den Einzug in das Endspiel um den FDGB-Pokal. Nachdem sie in der ersten Zwischenrunde überraschend deutlich über die Konkurrenz triumphieren konnten, war in der Vorschlussrunde der in der damaligen Sonderliga spielende und mit Nationalspielern besetzte MK Sangerhausen eine Nummer zu groß.

Abb.: (v. l. n. r.)
Uwe Löwe, Gunter Kalisch, Holger Feldmann, Uwe Feldmann, Rainer Kailich, Heinz Umlauft

 

 

1990

St-IngbertIm Rahmen der Städtepartnerschaft mit dem saarländischen  St.-Ingbert nehmen eine Männermannschaft von Chemie Radebeul und eine Frauenmannschaft von Planeta Radebeul an  Vergleichen mit einem St.-Ingberter Verein teil. Insofern ein Abenteuer für alle Sportler, da im Saarland die Disziplin Schere gespielt wird

Spfrd. Uwe Löwe wird Landesmeister der Studenten im neu gegründeten Freistaat Sachsen.

Abb.:  Beim Rückkampf auf den Bahnen von Planeta Radebeul
 begrüßen wir die sportlichen Kontrahenten vom KV St.-Ingbert

 

 

1991

Schloss LandeckDie AWD GmbH saniert unsere Kegelbahn. Wir erhalten u.a.
modernen Kunststoffbelag und neue Kegelstellautomaten.

LandeckPfingsten starten wir erstmals in Österreich beim Landecker Schrofensteinturnier um den Blickpunktpokal. Seitdem ist dieses Turnier fest in unserem jährlichen Terminkalender verankert.

  Abb. Schloß Landeck

Abb.:  1. Männer in Landeck   

 

 

1994

Frauen_1994Die 1. Frauenmannschaft wird Bezirksmeister und schafft den Aufstieg in die Landesliga. Für zwei Spieljahre kann diese Klasse gehalten werden.

Abb.: Die Stadtverwaltung Radebeul würdigt die sportlichen Leistungen unserer Damenmannschaft im Jahr 1994 mit der Übergabe eines Ehrengeschenkes.

 

 

1999

Landeck_1999Kegler von Chemie Radebeul in Österreich erfolgreich
(Auszug aus einem Artikel der Sächsischen Zeitung)

Das Pfingstwochenende 1999 schien an die Schrecken des vergangenen Winters erinnern zu wollen. Hervorgerufen durch Dauerregen beherrschten Hochwasser, Schlammlawinen und Hangabrutschungen die Nachrichten. Auch die Kegler von Chemie Radebeul, die schon traditionell zum Schrofensteinturnier in Landeck weilten, bekamen diese Urgewalten der Natur zu spüren. Bei einem Ausflug mussten sie erst mit ansahen, wie der Bodensee über die Ufer trat. Dann wurden sie Opfer der gesperrten Strassen. Mehrere Schlammlawinen hatten die Strasse unpassierbar gemacht und sorgten für eine mehrstündige unfreiwillige Pause. Aber den Keglern von Chemie Radebeul schien ein Stück dieser Urkraft in die Glieder gefahren zu sein, die sie auf der Kegelbahn freisetzen konnten. Zumindest drängte sich dieser Eindruck den anderen Turnierteilnehmern auf. Denn die 27, zum Teil hochkarätigen Mannschaften aus Österreich, Deutschland und der Schweiz wurden von dem Spiel der Radebeuler förmlich überflutet.
Zuerst bekam dies der direkte Gegner, die Mannschaft von ESV Süd-Ost Wien, zu spüren. Mit 455 Holz eröffnete Uwe Löwe für Chemie. Zweifelte bis dahin noch jemand am Radebeuler Siegeswillen, die folgenden Spieler: Holger Feldmann (430 Holz), Rainer Kailich (419 Holz), Michael Wagner (410 Holz), Gunter Kalisch (391 Holz) und Uwe Feldmann (389 Holz) komplettierten zum überragenden Endergebnis von 2494 Holz und der Führung in der Mannschaftswertung. Im Radebeuler Fahrwasser gelang auch den Männern vom ESV Süd-Ost Wien mit 2455 Holz ein beachtliches Endergebnis.

Danach warten, bis am letzten Turniertag feststand; Chemie Radebeul hat den zum 24. Mal vergebenen Blickpunktpokal vor der Mannschaft von ESV Süd-Ost Wien und dem KSK St. Anton (2431 Holz) gewonnen. Auch in der Einzelwertung Erfreuliches aus Radebeuler Sicht. Neben dem Pokal von Landeshauptmann Dr. Weingärntner für den Sieg in der Einzelwertung wurde Uwe Löwe auch für die beste Turnierleistung im Abräumen (163 Holz) geehrt.

 

 

2002

Die 1. Männer werden wieder einmal überlegen Staffelsieger in der OKV-Liga. Auch bei den OKV-Meisterschaften demonstrieren sie Klasse und gewinnen mit 5.142 Holz den 1. Platz, der zum Aufstieg in die Landesliga berechtigt.

 

 

2003

Aufenthaltsraum 01Unsere Senioren folgen den 1. Männern nach dem Gewinn der OKV-Meisterschaften in die Landesliga.
In Landeck stellen wir zum zweiten Mal den Einzelsieger. Spfrd. U. Löwe konnte mit 487 Holz die Bestleistung des Schrofensteinturniers markieren.
Bahn 1 - 4

 

 

 

 

Nach fast 35 Jahren müssen wir unsere Kegelbahn verlassen. Aber mit viel Eigenleistung und Fördermitteln bauen wir eine ungenutzte Bürobaracke in der Rekordzeit von 20 Wochen zur modernen Kegelbahn um.

 

 

2004

Ein schwarzes Jahr für Chemie Radebeul. Sowohl 1. Männer als auch Senioren steigen aus der Landesliga ab.
Nur einer aus der Seniorenmannschaft stemmt sich gegen die Negativserie, Spfrd. G. Kießling. Nach einem hervorragenden dritten Platz bei den Einzelmeisterschaften des Freistaates Sachsen muss er erst in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaften die Segel streichen. In der Endabrechnung erreicht er einen beachtlichen 16. Platz.

 

 

2005

Landeck_20051. Männer und Senioren erreichen bei den OKV-Meisterschaften jeweils den dritten Platz und verpassen aber den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga.

Kegler von Chemie Radebeul gewinnen in Landeck (A)
(Auszug aus einem Artikel der Sächsischen Zeitung)

Traditionell folgten wir mit zwei Mannschaften der Einladung des KK ESV Landeck zum Schrofensteinturnier um den Blickpunktpokal nach Tirol. Wie auch die Jahre vorher wurden wir im Feld der 33 Mannschaften aus vier Nationen als Aspirant für eine vordere Plazierung gehandelt. Wie ernst wir es dieses Jahr meinten, bekam zuerst unser direkter Gegner, die Mannschaft der TSG Eislingen zu spüren. Vom ersten Starter an lief unser Spiel auf Hochtouren und nach sechs Startern konnte der Turnierleiter vermelden, Chemie Radebeul hat mit 2.588 Holz und einem Schnitt von mehr als 431 Holz die Führung in der Mannschaftswertung übernommen. Danach warten, denn an den folgenden Tagen folgten u.a. mit dem ESC Ulm und dem SKG 77 Singen noch einige hochkarätige Starter. Am letzten Turniertag stand jedoch fest: Chemie Radebeul hat den zum 30. Mal vergebenen Blickpunktpokal vor der Mannschaft vom SKG 77 Singen (2.580 Holz) und dem KSK Rot / Weiß Innsbruck (2.549 Holz) gewonnen. Die mannschaftliche Geschlossenheit, mit der dies erreicht wurde, spiegelt sich auch in der Einzelwertung wieder. Obwohl Uwe Löwe mit 449 Holz und Platz 11 als bester Radebeuler nur knapp einen der zehn vergebenen Einzelpokale verpasste, wurden mit Gunter Kalisch (444 Holz, 14.), Wolfgang Förster (444 Holz, 15.), Michael Wagner (439 Holz, 18.), Günter Kießling (426 Holz, 46.), Holger Feldmann (424 Holz, 49.) weitere Radebeuler im Vorderfeld der Einzelwertung notiert.

Abb.:  Die Siegermannschaft von Landeck
(v.l.n.r. Günter Kießling, Gunter Kalisch, Holger Feldmann, Uwe Feldmann, Michael Wagner, Uwe Löwe)

 

 

2006

Die erste Männermannschaft erreicht nur den 3. Platz in der OKV-Liga, während die Senioren als Letzter ihrer Staffel in die OKV-Klasse absteigen müssen. Auch unsere Frauenmannschaft muss den bitteren Kelch des Abstiegs lehren und verabschiedet sich für mindestens ein Jahr aus dem Spielbetrieb des Ostsächsischen Keglerverbands.

Beim traditionellen Landecker Schrofensteinturnier können wir mit 2.664 LP immerhin den 5. Platz erringen und die Serie der vorderen Plazierungen fortsetzen.

Videoaufnahme (Quelle: landeck.tv) vom 31. Landecker Schrofensteinturnier um den Blickpunktpokal

 

 

2007

Nach einer wechselvollen Saison können die 1. Männer den Staffelsieg in der OKV-Liga feiern. Wie schon 2005 verpassten wir dann aber als Dritter bei den OKV-Meisterschaften den Aufstieg in die 2. Landesliga.
Für Erfolge sorgt wieder einmal Günter Kießling, der nach dem 2. Platz bei den OKV-Einzelmeisterschaften erst in der Endrunde des Keglerverbandes Sachsen als Achter die Segel streichen musste.
Beim 32. Internationalen Schrofensteinturnier in Landeck (A) riss die Serie der vorderen Plätze in der Mannschaftswertung. Platz 14 und 20 bedeuteten für uns leider nur Mittelfeld. Dafür Erfreuliches in der Einzelwertung: 4. Platz für Holger Feldmann (468 LP) und 11. Platz für Michael Wagner (460 LP).

 

 

2008

Auch wenn die ganz grossen Erfolge ausblieben, Chemie Radebeul blieb auch dieses Jahr ein Spitzenverein im OKV. Der zweite Platz der 1. Männerschaft in der OKV-Liga und Staffelsiege mit Wiederaufstieg für Senioren und Frauen belegen dies.
In Landeck (A) konnten wir beim 33. Internationalen Schrofensteinturnier an zurückliegende Erfolge anknüpfen und erreichten mit sehr guten 1.772 LP den dritten Platz im Feld der 43 Mannschaften, in der Einzelwertung konnte sich Uwe Löwe (466 LP) als Siebenter im Vorderfeld behaupten.